Steigende Bevölkerungszahlen und Klimawandel stellen die Nahrungsmittelproduktion vor große Herausforderungen. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung um zwei Milliarden auf fast zehn Milliarden Menschen anwachsen, was die bestehenden Kapazitäten übersteigt. Neue Denkansätze und Geschäftsmodelle sind gefragt, um nachhaltigere Lösungen zu fördern und Investitionsmöglichkeiten zu schaffen. Ich habe die Chancen und Risiken dieser Entwicklungen untersucht, um zu bewerten, ob sich eine Investition lohnt.


urban farming


Diesen Beitrag über „Urban Farming“ kannst du dir hier auch als Video ansehen:



Morgens um 8 in der Bahn. Schüler, Geschäftsleute und Farmer auf dem Weg zur Arbeit. Farmer? Morgens in der Bahn? Und das in einer Stadt wie Berlin? Das könnte schon bald passieren, denn das Urban Farming wird immer populärer. Dabei handelt es sich um einen Begriff, der den Anbau von Lebensmitteln in den städtischen Regionen beschreibt. Die werden dabei auf Wohnhäusern und Garagen, aber auch in städtischen Grünflächen und Brachland, sowie mithilfe von verschiedene Technologien auch Indoor (z.B. im Keller) angebaut. Dabei wird das Ziel der Eigenversorgung städtischer Regionen verfolgt.


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Auch das Thema Nachhaltigkeit steht im Vordergrund, denn das Thema wird für Konsumenten, aber auch für Investoren immer wichtiger.


Zu den Möglichkeiten des nachhaltigen Investierens habe ich auch schon ein Video produziert:

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Was sind die Chancen von Urban Farming?

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Urban Farming ist ein Markt mit einem riesigen Potenzial, der in der breiten Masse noch nicht angekommen ist. Das bietet Chancen, als Investor in den Markt einzusteigen. Sich dabei strategisch gut aufzustellen und langfristig von der steigenden Nachfrage durch neue Geschäftsideen oder auch als Investor zu profitieren.


Talerbox Tipp

Der Ansatz ist nicht neu. In den 80er Jahren war Kuba während des Kalten Krieges aufgrund der massiven Sanktionen der USA von jeglichen Nahrungsmittelimporten abgeschnitten. Die Regierung musste sich deshalb Alternativen zur Lebensmittelversorgung der Bevölkerung überlegen. Deshalb verordnete sie auch den Anbau von Lebensmitteln in städtischen Regionen. So entstanden die ersten Formen von Urban Farming.


Angebaut wird dabei alles Mögliche von Gemüse und Blattsalat bis hin zu Kräutern und Tomaten. Auch die Fischzucht wird häufig betrieben. Die Vorteile davon liegen auf der Hand. Die Nahrungsmittel können direkt vor Ort produziert werden. Das macht die Produktion unabhängiger von Lieferketten und Krisen. Es spart zudem viel Energie und CO2 ein, da die langen Transportwege wegfallen. Außerdem reduziert es die Gefahr, dass die Lebensmittel auf dem Weg zum Teller verderben.

Die lokale Nahrungsmittelproduktion hat zudem positive Transparenzeffekte. Immer mehr Verbraucher möchten wissen, wo und unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden. Bei den langen Lieferketten großer Produzenten lässt sich das in der Regel nur schwer nachverfolgen. Bei lokal produzierten Lebensmitteln hingegen lassen sich die Probleme meistens einfacher identifizieren und stoppen. Die Nachfrage nach nachhaltiger Produktion ist groß und Urban Farming bietet die Möglichkeit, diese Nachfrage zu decken und davon zu profitieren.

Das Urban Farming ist zudem hoch technologisiert und optimiert. Das führt zu weniger Wasser- und Düngerverbrauch, sowie zu einem platzsparenden Anbau, da die Pflanzen vertikal in die Höhe angebaut werden können. Die Technologisierung führt auch zu einer ertragreichen Ernte. Sie ermöglicht einen ganzjährigen Anbau, da das Urban Farming unabhängig von Witterungsverhältnissen ist. Dabei wird Überwachung durch Computer und Sensoren ermöglicht. Ein Blattsalat meldet sich dann per App bei dir, wie es ihm gerade geht.

Auf der anderen Seite bringt die Technologisierung auch einige Nachteile mit sich. Die Technologie ist sehr teuer und benötigt für den Betrieb ebenfalls Energie. Der Kostenaufwand, insbesondere der Ersteinrichtung, kann erheblich sein. In Zeiten von Wohnungsknappheit und steigenden Mieten vor allem in Großstädten, sollte diese Kostenseite beim Urban Farming nicht unberücksichtigt bleiben. Unter nachhaltigen Aspekten ist Urban Farming also eine tolle Sache.

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Wie kannst du jetzt selbst davon profitieren? 

Zu einen kannst du etwas für dein Karma-Konto tun und nachhaltiges Urban Farming unterstützen, indem du solche Produkte kaufst und konsumierst. Ein Produzent von Urban Farming ist das Startup InFarm, das seine Produkte bereits bei Edeka und Metro vertreibt.


Urban Farming


Alternativ kannst du das Urban Farming auch selbst betreiben, wie am Beispiel eines Paares aus Kanada zu sehen ist, die es geschafft haben, mit dem Anbau von Kräutern und Salaten im heimischen Keller einen Umsatz von 10.000 $ im Monat zu machen. Nebenher zu ihren normalen Jobs. Eine beeindruckende Story und in der Zukunft evtl. Realität für mehr Menschen oder sogar dich?


Eigenes Urban Farming Business

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Hast du Gefallen daran gefunden, aber ein eigener Garten oder eine Dachterrasse fehlen? Dann könntest du im nächsten Schritt zunächst einmal versuchen, mit einer kleinen All-In-One Lösung zu starten. Eine solche Lösung bietet z.B. das Start-up Berlin Green an. Bei dem angebotenen Produkt, der Greenbox, handelt es sich um einen smarten Indoor Garten mit integrierter LED und Smartphone App zum Heranzüchten der ersten eigenen Blattsalate. Diese kannst du entweder selbst verzehren und dir so den Einkauf sparen oder du versuchst dich zunächst im Vertrieb an Freunde und Verwandte.

Nach dem ersten Testanbau deiner eigenen Blattsalate könntest du schließlich anfangen, einen Businesscase aufzubauen. So könntest du beispielsweise mit dem Anbau von Pflanzen und dem Vertrieb im heimischen Keller beginnen und so ein reichhaltiges Angebot an außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen und Aromen für Restaurants in deiner Umgebung sorgen. Oder ein Angebot für Privatkunden in deiner Umgebung schaffen, die ihr Essen nicht anonym im Supermarkt, sondern bewusster einkaufen wollen.


Talerbox Tipp

Das Equipment für ein solches Business kannst du dir entweder selbst bauen, oder du greifst nach einer fertigen Sofortlösung. Schaue dir dazu mal die Systeme von EFC Farm Systems oder NEO Farms an. Doch bevor du groß durchstartest, solltest du auf jeden Fall mal eine Break-even Rechnung machen und schauen, wie groß die Anschaffungskosten und der Betrieb sind. Dabei solltest du den Faktor Zeit nicht unterschätzen.


Investment in Urban Farming Firmen

Nun ist ein eigener Anbau und Vertrieb eine sehr aktive Möglichkeit von der steigenden Nachfrage zu profitieren. Nicht jeder hat einen grünen Daumen oder den Geschäftssinn, eine eigene Urban Farm zu betreiben. Eine weitere Möglichkeit ist daher die Investition in Firmen, die die Technologien für Urban Farming entwickeln, wie z.B. das Unternehmen Affinorgrowers aus Kanada, das auch an der Frankfurter Börse gelistet ist.

Auch der LED Hersteller Osram hat bereits entsprechende LED Konzepte entwickelt, die im Urban Farming benötigt werden und es ist darüber hinaus sogar an Start-ups im Bereich Agriculture beteiligt. Da insbesondere bei Indoor Konzepten LED Licht zum Einsatz kommt, besteht das Potenzial zur Nachfragesteigerung nach diesem LED Konzept. Diese Unternehmen könnten also eine genauere Analyse wert sein.


Investment in Agrarfläche

So wichtig das Konzept für das Urban Farming auch ist, so wird es auf absehbare Zeit die klassische Agrikultur nicht ersetzen können. Ganz nach dem Motto von Mark Twain: „Buy Land, they’re not making it anymore!“


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Schauen wir uns also die Investitionsmöglichkeiten in Agrarland an. Acker und Grünland hat in den letzten Jahren eine erhebliche Wertsteigerung erfahren. Das liegt nicht zuletzt auch an den Zukunftsaussichten für Agrarland. Während die Bevölkerung und damit die Nachfrage bis 2050 um 2 Mrd. steigen wird, wird der Ertrag von Mais und Weizen durch den Klimawandel bis 2050 schätzungsweise um ca. 15 % sinken.

Hinzu kommt, dass nur in Regionen mit guter Bodenqualität, Wasserverfügbarkeit und vorhandener Infrastruktur überhaupt Agrarnutzung möglich ist. Weitere Einflussfaktoren, die den Ertrag der Zukunft weiter sinken lassen, ist die Überwirtschaftung vorhandener Agrarflächen und eine steigende Nachfrage nach Bioprodukten, die in der Regel durch die strengeren Anbaubedingungen weniger Ertrag liefern. Auch die Änderung der Nutzungsart als Bauland insbesondere in Metropolregionen spielt eine Rolle. Im Wesentlichen bieten sich für Investoren drei Möglichkeiten, in Agrarland zu investieren. 

  • Direkterwerb von Agrarflächen
  • Crowdfunding
  • indirekte Beteiligung über REITs


Direkterwerb von Agrarflächen

Der direkte Erwerb von Agrarflächen ist für die allermeisten nicht zu empfehlen. Neben dem Klumpenrisiko, das beim Erwerb einzelner Agrarflächen in deinem Portfolio entsteht, ist eine hohe Anfangsinvestition notwendig. Zudem stellt sich nach dem Erwerb die Frage der Nutzung. Damit das vorhandene Agrarland einen Ertrag für dich als Investor abwirft, muss es bewirtschaftet werden. Für eine angemessene Bewirtschaftung wird den allermeisten jedoch die notwendigen Skills fehlen. Daher muss das Agrarland weiter verpachtet werden. Der Kreis der Nachfrager nach verpachtetem Land ist erheblich geringer als bei der Vermietung von Wohneigentum. 


Crowdfunding

Eine weitere Möglichkeit, um in Agrarflächen zu investieren, ist das Crowdfunding. Das Prinzip des Crowdfundings dürfte den meisten ein Begriff sein. Auf Seiten wie Bergfürst oder Estateguru können Investoren bereits mit wenig Kapital in größere Immobilienprojekte investieren und das Risiko durch die Verteilung des Kapitals auf mehrere Projekte verringern. Zu Estateguru habe ich ein Video für dich:



Ein ähnliches Konzept verfolgen Crowdplattformen wie Farmtogether oder Acetrader für Agarflächen. Die US-Plattformen ermöglichen Investoren in Teilstücken von Agrarland zu investieren. Die versprochenen Renditen schwanken hier je nach Projekt zwischen fünf und zwölf Prozent. Die Plattformen sind noch sehr jung und haben keinen richtigen Track Record. Außerdem investierst du als Investor, wie bei Crowd Investitionen üblich, in nachrangige Darlehen. Sollte ein Projekt pleitegehen, ist dein investiertes Geld meistens weg. Hinzu kommt, dass du bei Farmtogether und Acetrader als Investor derzeit noch einen Akkreditierungsprozess durchlaufen musst, bei dem du ein hohes sechsstelliges Vermögen vorweisen musst. Damit scheidet diese Plattform für kleine Anleger wohl eher aus.


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Eine Alternative für deutsche Investoren bietet sich mit der Plattform Econeers. Sie bietet Investitionen in verschiedene nachhaltige Projekte, darunter Biogasanlagen, regionale Nudeln, aber auch Urban Farming und Agrar-Projekte wie z.B. Topfarmers. 

Schreib mir doch mal deine Meinung in die Kommentare zum Thema Crowdinvesting. Würdest du diese Plattformen nutzen, wenn man mit kleineren Beträgen wie z.B. bei Estateguru oder Bondora> investieren könnte? Ich bin auf deine Meinung dazu gespannt. 


Indirekte Beteiligung über REITs

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Die dritte Möglichkeit, in Agrarland zu investieren ist über die Börse bzw. Aktien von REIT-Unternehmen. Das Geschäftsmodell dieser REITs besteht aus dem Erwerb von Agrarflächen und die anschließende Verpachtung dieser Flächen an Landwirte. Allerdings gibt des derzeit nur wenige REITs, die dieses Geschäftsmodell verfolgen. Gladstone Land und Farmland Partners sind zwei der bekanntesten Vertreter, die du auch an den deutschen Börsen handeln kannst.


Talerbox Tipp

Schaue dir die beiden REITs vor einer Investition jedoch genau an. Der Kursverlauf beider REITs war in der Vergangenheit sehr volatil. Einzelinvestments haben ein höheres Ausfallrisiko als beispielsweise ein ETF. Wenn du keinen grünen Daumen hast und dir das Risiko von Crowdinvesting und Einzelaktien zu groß ist, kannst du von einer Investition in einen breit gestreuten ETF von der zukünftigen Agrarnachfrage profitieren.


Derzeit gibt es nur einen ETF, der das Geschäftsfeld Agrar abbildet. Das ist der iShares Agribusiness ETF. Der ETF bildet den S&P Commodity Producers Agribusiness Index ab, der Unternehmen aus dem weltweiten Landwirtschaftssektor enthält. Die US-Unternehmen machen hier mit 55 % einen sehr großen Anteil aus. Der ETF ist physisch abgebildet und thesauriert alle erhaltenen Erträge. Dieser ETF ist unter anderem bei Trade Republic kostenlos besparbar. Das nachhaltige Girokonto.*


Fazit: Eine große Chance, früh in den Markt einzusteigen

Egal ob aktiver Anbau von Blattsalaten oder Investment via Crowdfunding oder Aktien, das Thema zukünftige Ernährung gewinnt gesellschaftlich an Bedeutung. Die Lösungsansätze sind noch in frühen Stadien und vielen ist das Problem noch nicht bewusst. Dies bietet die Chance, frühzeitig zu investieren und langfristig zu profitieren, ähnlich den Anfängen von Bitcoin. Wenn der Markt aufholt, kannst du bereits Erfahrung und finanzielle Positionen aufgebaut haben. Beachte jedoch das Risiko, denn frühzeitige Trenderkennung garantiert keine positive Entwicklung des Investments, bietet aber die Möglichkeit auf höhere Renditen.

Welche Investitionsform spricht dich am meisten an: Urban Farming oder alternative Investments? Teile es gerne in den Kommentaren mit!